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4 Punkte, welche die Navigationsstruktur Ihrer Webseite beeinflussen

Die Navigation ist eines der wichtigsten Elemente einer Webseite. Die Navigations-Struktur ist das Resultat aus Diskussionen und Entscheidungen auf vielen verschiedenen Ebenen. Wir zeigen Ihnen vier Punkte auf, welche hinter dem vermeintlich einfachen Zusammenstellen einer Webseiten-Navigation stecken.

Die Aufgabe einer Navigation

Eine Webseiten-Navigation hat die Aufgabe, die Inhalte einer Webseite dem Nutzer möglichst strukturiert zu präsentieren. Auf der einen Seite soll der Nutzer, ohne sich viele Gedanken machen zu müssen, sich einfach durch die Inhalte der Webseite bewegen können - und im Optimalfall möglichst schnell die gewünschten Inhalte finden.
Auf der anderen Seite dient eine Navigation dem Webseiten-Betreiber auch dazu, den Nutzer auf Inhalte zu lenken, mit welchen man am meisten Sympathien gewinnt oder am meisten Geld verdient.

Verschiedene Navigationen

Schränkt man die Betrachtung auf klassische Unternehmens-Webseiten ein, so kann man zwischen drei immer wieder auftretenden Navigations-Arten unterscheiden:

Hauptnavigation

Die Hauptnavigation soll dem Nutzer auf den ersten Blick auffallen und innert Kürze verständlich werden. Bei den Elementen der Hauptnavigation handelt es sich um Inhalte, welche die Nutzer am meisten interessieren oder Sie als Webseiten-Betreiber dem Nutzer am ehesten schmackhaft machen möchten.

Metanavigation

Die Metanavigation dient dazu, sekundäre Informationen zugänglich zu machen. Sie wird daher visuell weniger wichtig gestaltet als die Hauptnavigation. Beispielsweise kann sich ein Unternehmen über die Metanavigation präsentieren (Teammitglieder, Geschichte, etc.), während es die Hauptnavigation für die Präsentation eines Produkts nutzt.

Typische Verwendung des Musters "Hauptnavigation" und "Metanavigation" am Beispiel der Webseite www.volkswagen.de:

http://www.volkswagen.de, 14.11.2016

 

Navigation über Inhalte

Nebst den klassischen Navigationen klicken sich die Nutzer selbstverständlich auch mittels Links, Vorschau-Elementen oder Buttons durch Ihre Webseite. Sie können durch die Gestaltung dieser Elemente sehr gut Einfluss auf den Weg nehmen, welcher Nutzer auf Ihrer Webseite nehmen. 

 

Nun, was hat denn nun alles einen Einfluss auf die Zusammenstellung einer Navigation?

Ihr Business-Ziel

Ihre Firma besitzt nicht grundlos eine Webseite. Ihre Firma hat ein Business-Ziel und der Zweck einer Webseite ist es, dieses Ziel zu unterstützen.

  • Vielleicht möchten Sie Ihr neues Markenbild durchgehend kommunizieren und darum muss eine neue Webseite her?
  • Vielleicht möchten Sie den Umsatz einer bestimmten Sparte steigern und darum sollen diese Produkte besonders beworben werden?
  • Vielleicht möchten Sie die Qualität des Kundensupports steigern und darum muss das neu digital auf einer Webseite abgewickelt werden?

Bei diesen drei Beispielen handelt es sich um sehr unterschiedliche, aber realistische Business-Ziele und entsprechend unterschiedlich kann eine Navigation einer Webseite ausfallen. Denn nochmals: Eine Navigation widerspiegelt den Inhalt und das Ziel einer Webseite.

Ihre Inhalte

Hinter jedem Navigationspunkt erwarten Nutzer Inhalte, ausser allenfalls bei Navigationspunkten wie “Einloggen” oder "Anmelden".
Entscheidet man also beispielsweise, dass Nutzer einen Navigationspunkt “News” erhalten sollen, dann müssen auf der Webseite News-Inhalte vorhanden sein und laufend erstellt werden. Möchte man den Nutzern einige Referenzprojekte der eigenen Unternehmung präsentieren, müssen diese Inhalte von jemandem erstellt werden. Das alles ist mit Arbeit verbunden, welche nicht unterschätzt werden darf.
Stellen Sie also bei der Konzeption einer Webseite sicher, dass Sie der Sitemap nur Navigationspunkte hinzufügen, bei denen Sie laufend qualitativ gute Inhalte garantieren können.

Ihre Zielgruppe

Überlegen Sie sich, welche Nutzer Ihre Webseite überhaupt haben wird. Welches Ziel verfolgen sie? Wie müssen Sie diese Nutzer ansprechen? Handelt es sich um technisch versierte Personen oder eher um Leute aus dem Management?
Sie kennen die Antworten auf diese Fragen allenfalls bereits aufgrund einer Zielgruppen-Analyse. Welchen Einfluss hat die Zielgruppe auf die Navigation? Einige Beispiele:

 

Hilti (https://www.hilti.ch) erwartet, dass die Webseiten-Besucher technisch eher versiert sind und kann sich daher erlauben, sogar "Engineering" als Hauptnavigations-Punkt aufzunehmen.

 

 

 

Zürich Tourismus (https://www.zuerich.com) weiss ganz genau, dass die Webseiten-Besucher zu einem grossen Teil an Ausflügen und Erlebnissen interessiert sind (Punkt "Erleben") aber auch einen Ort für die Übernachtung suchen (Punkt "Übernachten"). Negativ fällt hier auf, dass sich "Das ist Zürich" und "Informieren" zu wenig stark unterscheiden.

 

 

Die Mobility-Webseite (https://www.mobility.ch) erscheint mit einer sehr aufgeräumten, klassischen Hauptnavigation. Mobility steht heute dennoch vor der Herausforderung, den Kunden ihr Geschäftsmodell zu erklären und schmackhaft zu machen, denn viele möchten nicht auf ihr persönliches Auto verzichten. Diese Herausforderung wird mit den Navigationspunkten 1 bis 4 gut gelöst - der Punkt "Kunde werden" zielt aber ganz klar darauf ab, dass niemand das Anmelde-Formular verpasst, wenn er Interesse an der Dienstleistung von Mobility hat.

Das folgende Zitat von Peep Laja fasst dieses Kapitel gut zusammen:

Your website should be designed for somebody, not everybody.
- http://conversionxl.com/website-information-architecture-optimal-user-experience/

Achten Sie darauf, dass die Webseiten-Inhalte und damit die Hauptnavigation vor allem Ihrer Hauptzielgruppe entspricht - es ist unmöglich, den Anforderungen aller möglichen Zielgruppen gerecht zu werden.

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Die kognitive Belastung des Nutzers (engl: Cognitive Load)

Menschen können sich nicht gleichzeitig unendliche viele Sachen merken und nicht unendliche viele Dinge verarbeiten. Wenn die Grenze erreicht ist, benötigt man länger, um etwas zu begreifen oder man verpasst wichtige Details. Ist die Navigation Ihrer Webseite zu kompliziert, verpassen also Ihre Nutzer unter Umständen die wichtigste Botschaft, welche Sie ihnen kommunizieren möchten.
Kathryn Whitenton von der Nielsen Norman Group stellt drei Prinzipen auf, um die kognitive Belastung für Nutzer zu verringern. Man kann diese auf eine Navigation wie folgt anwenden:

Avoid visual clutter: Eine Navigation soll visuell klar erscheinen und keine unnötigen Elemente beinhalten. Beispielsweise soll die für die Navigation verwendete Schrift einfach zu lesen sein.

Build on existing mental models: Eine Navigation soll nicht komplett neu erfunden werden, denn Nutzer haben sich an gewisse Navigationsarten gewöhnt. Ausserdem sollte eine Navigation auch Begriffe und allenfalls einen Ablauf beinhalten, den Ihre Hauptzielgruppe von der Branche her gewohnt ist.

Offload tasks: Nutzer können Bilder oder Symbole viel schneller verarbeiten als Text. Die kognitive Belastung wird also erhöht, wenn viel Text zu lesen ist. Allenfalls kann man Navigationspunkte mit Icons ergänzen und damit dem Nutzer helfen, die Entscheidung schneller zu fällen. Oder man kann den allerwichtigsten Navigationspunkt (z.B. "Einloggen") farblich hervorheben.

Fazit

Man muss der Vollständigkeit halber festhalten, dass es nicht grundsätzlich richtige oder falsche Navigationen gibt. Es gibt höchstens für einen bestimmten Zweck richtige und falsche Navigationen. Wenn Ihre Unternehmung beispielsweise unbedingt mehr Leute anstellen möchte, aber keinen Navigationspunkt "Offene Stellen" oder ähnlich aufweist, dann ist das ungünstig. Selbstverständlich werden Bewerber die offenen Stellen Ihrer Unternehmung auch auf einem anderen Weg finden. Sie werden aber garantiert weniger Bewerbungseingänge verzeichnen.

Sie sehen es: Es gibt einige zu beantwortende Fragen, um sich für die richtige oder sogar fast perfekte Navigationsstruktur zu entscheiden. Wichtig ist in erster Linie, dass Sie bei sämtlichen Diskussionen Ihr Business-Ziel und Ihre Zielgruppe im Hinterkopf behalten. So gelingt Ihnen mit grosser Wahrscheinlichkeit schon Mal eine sehr gute Version einer möglichen Navigation.

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