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User Experience Design #3 – Ästhetik & UX: Der erste Eindruck zählt

Kümmern sich die Nutzer von digitalen Produkten überhaupt um Ästhetik? Können wir «Schönheit» systematisch gestalten, oder ist es nur ein Bauchgefühl? Im dritten Teil der Serie über User Experience Design unternehmen wir einen kleinen Exkurs in die «Ästhetik».

 
Stage Image: 

Sind Ästhetische Produkte besser?

Die Ästhetik (aus dem griechischen aísthēsis: «empfinden», «fühlen», «Wahrnehmung») spielt eine zentrale Rolle für die Art und Weise wie ein Produkt benutzt wird. Ein als «schön» empfundenes Produkt führt dazu, dass dem Nutzer quasi eine rosarote Brille aufgesetzt wird – und dies bereits beim ersten Eindruck. Der Nutzer fühlt sich wohl, bildet eine positive Einstellung zum Produkt und verzeiht so viel eher die eine oder andere Usability-Schwäche. Wer eine persönliche und positive Beziehung zu einem Produkt hat, begegnet diesem mit Zuneigung, Loyalität und auch Geduld.

«Schönheit ist keine Eigenschaft an den Dingen selbst. Das Schöne existiert nur im Bewusstsein des Betrachters. Jedes Bewusstsein nimmt eine besondere Schönheit wahr.»
David Hume


Über Geschmack lässt sich streiten

Wer über Schönheit nachdenkt, schaut zum Philosophen Immanuel Kant zurück. Nach Kant ist Schönheit keine objektive Eigenschaft der Dinge, sondern eine Art, wie uns gewisse Dinge erscheinen. Aber nicht alles, was uns gefällt, ist schön – vielfach ist auch ein Interesse im Spiel. Wenn wir etwas als «schön» bezeichnen, dann erheben wir nach Kant einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Wir tun so, als sei Schönheit eine objektive Eigenschaft an den Dingen und streiten uns über ästhetische Fragen. Jedoch: Jeder einzelne Mensch besitzt eine andere Ansicht vom «Schönen».

«Eines der schwierigsten Dinge der Welt ist, irgend etwas ganz einfach zu betrachten.»

Jiddu Krishnamurti


Gesetze der Schönheit

Seit jeher versuchen die Menschen, den Gesetzen der Schönheit auf die Spur zu kommen. Die Symmetrie und der goldene Schnitt waren dabei lange Zeit die Vorreiter. Es folgte die Abwechslung, die Komplexität und die Intensität, später die Gestaltgesetze und seit kurzem versucht die Neuroästhetik die Gesetze unseres Geschmacks wissenschaftlich zu beschreiben. Gegenüber all diesen Theorien betont die Soziologie, dass beim Geschmack die Unterschiede zwischen den Menschen weit grösser sind als die Gemeinsamkeiten. Dieser wird durch Gelerntes und Erfahrungen geprägt. Aber auch das Umfeld und die kulturelle Bildung sowie die Wahrnehmung und Intuition eines Menschen spielen eine grosse Rolle in der Bildung einer ganz persönlichen Auffassung von Schönheit und Ästhetik.


Die Gestaltgesetze

Im Design umfasst die Ästhetik die durchdachte Anordnung von Elementen wie Farben und Typografie, so dass sie die Sinne und Emotionen eines Menschen anspricht. Auch hierfür ist es wichtig den Nutzer zu kennen – die persönlichen ästhetischen Vorlieben muss der Designer komplett ausser Acht lassen und sich in die Lage der Zielgruppe versetzen.

Die Gestaltgesetze basieren auf einem simplen Prinzip: Wenn Elemente in einer Relation zueinander stehen, werden sie als zusammenhängend erkannt.

Bei der Gestaltung von digitalen Produkten spielen die Gestaltgesetze eine wichtige Rolle. Die Psychologie weiss seit mehr als 100 Jahren um die Gestaltpsychologie. Sie beschäftigt sich mit der Fähigkeit menschlicher Wahrnehmung, Strukturen und Ordnungsprinzipien in Sinneseindrücken auszumachen und erklärt, wie die einzelnen Bedienelemente als ganzes User-Interface wahrgenommen werden.

Die sechs Gestaltgesetze nach Wertheimer (1923).

 

Die Anwendung der Gesetze helfen dem Designer bei der Strukturierung des Layouts und der Anordnung der einzelnen Elemente. Die Gestaltgesetze vertrauen dabei auf das Effizienzstreben der menschlichen Wahrnehmung. Bei der Verarbeitung von Informationen greift unser Gehirn auf vorhandene Erfahrungen zurück und wählt diejenige Interpretationsmöglichkeit aus, welche die kleinste kognitive Anstrengung verursacht. Wir reduzieren dadurch unbewusst die Anzahl der zu verarbeitenden Elemente, indem wir die ähnlichen zu Einheiten zusammenfassen. Werden die Regeln der Gestaltgesetze beachtet oder auch bewusst gebrochen, entsteht eine spannende und intuitiv zugängliche Benutzeroberfläche.

Fazit

Auch wenn es keine allgemeingültige Definition für die Ästhetik gibt, werden «schöne» Produkte als benutzerfreundlicher angesehen. Die empfundene Ästhetik erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit das Produkt auch tatsächlich zu nutzen. Zu einem als schön empfundenes Produkt baut der Nutzer viel schneller eine positive Einstellung auf. Das geschickte Einsetzen der Erkenntnisse aus der Gestaltpsychologie können die Wahrnehmung der Nutzer zielführend beeinflussen.


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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ästhetik
http://lexikon.stangl.eu/2746/gestaltpsychologie/
https://de.wikipedia.org/wiki/Gestaltpsychologie
John R. Anderson, Kognitive Psychologie, Verlag Springer VS

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