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28.10.2020

NETNODE Retreat 2020.

Beim diesjährigen NETNODE Retreat begaben wir uns ins Berner Oberland, um an und in unserer Organisation zu arbeiten, um in Zukunft noch agiler und mit mehr Selbstverantwortung und Freude zu Werke zu gehen.
Romina Buchle
Digital Consultant
041 450 10 66

Wie jedes Jahr begibt sich das gesamte NETNODE Team auf einen mehrtägigen Teamausflug, um sich noch besser kennenzulernen und neue strategische Initiativen zu starten. So überquerten wir dieses Jahr mit einer kurvenreichen Fahrt den Brünig Richtung Aeschi bei Spiez.

Im Zentrum des diesjährigen Retreats stand das Thema "Selbstorganisation". In verschiedenen Workshop Formaten haben wir die Themen "Teal Organisation", "Evolutionary Purpose", "Holacracy" besprochen und ergründet. So kurvenreich die Anfahrt war, so kurvenreich erwarten wir auch die Evolutions unserer Organisationsstruktur. Und wir haben unserer Organisation auch einen eigenen Namen geben: Nodecracy!

Was ist Nodecracy? 

Zugegeben, so genau wissen wir das auch noch nicht. Unter dem Namen Nodecracy verstehen wir alles "organisatorische" und "kulturelle" rund um NETNODE. Heute ist das eine auf NETNODE adaptierte Variante von Holacracy sowie unser Verständnis von dem Mindset welche Teal Organisationen ausmachen.

Was ist Holacracy?

Kurz: Holacracy ist ein Organisationsmodell, bei der Entscheide und Verantwortlichkeiten auf sich selbst organisierende Teams verteilt wird.

Der Begriff "Holokratie" besteht aus dem Wort "Holo" und "Kratie". Holo ist aus dem griechischen Wort Holon abgeleitet, welches „Teil eines Ganzen sein“ meint. "Kratie" bedeutet "Herschaft". Somit bedeutet Holokratie frei "Herrschaft als Ganzes".

Über Holacracy könnte man an dieser Stelle noch viel Erzählen. Wer mehr darüber wissen möchte, soll den untenstehenden TEDxTalk des Erfinders Brian Robertson schauen.

Organisation in Rollen und Kreisen.

Um jeden Mitarbeitenden zu befähigen, seine beste Leistung abzurufen, wird auf Selbstmanagement innerhalb seiner Rollen gesetzt. In einer Rolle hat jeder Mitarbeitende die Entscheidungsfreiheit darüber, wie er diese Rolle ausüben will und kann sich selber organisieren. Einzige Einschränkung obliegt im Ziel, welches der Kreis anstrebt, in dem sich die Rolle befindet.

Dabei kann jeder Mitarbeitende verschiedene Rollen übernehmen. Die Rollen und Kreise besitzen einen dynamischen Charakter. Wenn eine Rolle zu gross und komplex wird, wird einfach eine neue Rolle gebildet. Wenn mehrere Rollen zusammen kommen, entsteht ein neuer Kreis. Kontinuierlich werden die Rollen abhängig von den Herausforderungen des Kreises aktualisiert oder gar abgeschafft. So findet immerfort eine dezentrale Organisationsentwicklung statt, die einen evolutionären Charakter besitzt.

Warum der Schritt Richtung Selbstorganisation?

Wir möchten NETNODE auf ein nächstes Level bringen, damit wir zusammen mit unseren Kunden spannende und innovative Lösungen für eine digitalisierte Welt entwickeln können. Das können wir am besten, in dem wir Jeden befähigen in seinem Kompetenzbereich, sprich in seinen Rollen, selbstständig Entscheide zu fällen und Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen zu einer sogenannten Teal-Organisation heranwachsen, bei welcher zentrale Werte, wie z.B. die Autonomie & Selbstorganisation, Kooperation, Unterstützung, Sinn-Orientierung, Eigenverantwortung und Transparenz tagtäglich vorgelebt werden.

 

Wie wir an unserem NETNODE Retreat erste Schritte in Richtung Nodecracy gemacht haben.

Uns ist bewusst: Ein fundamentale organisatorische Änderung kann man nicht an einem Montag Vormittag einführen. Bereits schon im NETNODE Retreat 2019 haben wir uns mit den Themen Selbstorganisation, Soziokratie und Holacracy auseinandergesetzt und seither erste Erfahrungen und Weiterbildungen gemacht. Daher hatten wir eine super Grundlage um das Thema vertieft anzugen.

Tag 1: Anfahrt, Ankommen und Kennenlernen.

Für uns bei NETNODE ist es wichtig, dass wir Spass an der Arbeit und auch gemeinsamen Spass neben der Arbeit haben können. Dafür sprechen z.B. auch die AdHoc Tischfussballturniere, wöchentliche Schätzfragen mit Pokal, Yoga-Sessions oder der donnerstägliche Pizzaplausch.

Somit starten wir am Mittwochnachmittag, bewaffnet mit einigen kniffligen Fragen, in unseren Retreat. Angekommen im Seminarhotel zAeschiried trafen wir uns zum ersten mal in unserem Kreis und erzählten einander drei Kurzgeschichten aus unserem Leben. Der Spass daran: eine Geschichte war gelogen. :-) Es war dann gar nicht so einfach herauszufinden, welche Story erfunden wurde! 

Zum Abschluss des Tages bekochten uns Lukas, Michi und Tobias. Der Spaghetti Plausch war super fein! 

Tag 2: Evolutionärer Zweck und Rollendefinition.

Am Vormittag gab uns Lukas einen Überblick über die Begriffe und Ideen von selbstorganisierten Firmen. Neue Strukturen bedeuten auch neue Begriffe und ein neues Vokabular.

Mit dem Purpose Turnier zum evolutionären Zweck.

Ab an die Arbeit: Die erste Workshop Methode war das sogenanntes Purpose-Turnier gestartet. Mit Hilfe des Golden Circles von Simon Sinek haben wir den Purpose von NETNODE zusammen erarbeitet. Dieser Purpose gibt uns in der Zukunft „warum?“ und hilft uns tagtäglich beim ausüben unserer Rollen.

Rollen Brainstorming.

Das Ziel in dieser Übung war, eine erste Rollenstruktur zu erarbeiten. Um herauszukristallisieren, welche Rollen wir als Organisation denn alle ausüben, notierten wir in wenigen Minuten während einem Brainstorming alle Aufgaben, welche wir in unserem Alltag erledigen. Da kam einiges zusammen! Mittels einem "Silent Sorting" haben wir im Team die vielen Aufgaben gruppiert und soweit wie möglich strukturiert. Basierend auf diesen Aufgabengruppen haben wir Rollen erstellt. Für die wichtigsten Rollen wurden anschliessend in Zweiergruppen der Zweck und die Verantwortlichkeiten definiert.

Die Einführung in Holacracy, die Erarbeitung des Golden Circles und die Definition der Rollen, waren alle spannend und kurzweilig.

Essen.

Das Highlight des Tages war aber unbestritten das vietnamesische Festessen, welches uns Tii, nach über drei Stunden in der Küche, auftischte. Danke!

Tag 3: Tactical und Governance Meetings.

Der dritte Tag Stand ganz im Zeichen der beiden zentralen Meeting-Formen von Holacracy. Den Tactical und den Governance Meetings.

Tensions – der Treibstoff der Organisation.

In beiden Meetings werden Tensions (Spannungen) verarbeitet. Eine Tension ist nichts anderes als eine Idee, ein Probleme, ein Wunsch welche eine Person einbringen möchte.

Tactical Meeting.

Beim Tactical Meeting folgt einem klaren Prozess. Wir besprechen operative Tensions und treffen schnelle Entscheide. Das Tactical Meeting hilft uns dabei in der Organisation zu arbeiten.

Governance Meeting.

Im Gegensatz dazu arbeiten wir bei einem Governance Meeting einberufen an der Organisation. Typischerweise benötigen wir in Governance Meetings mehr Zeit, da neue Rollen und Verantwortlichkeiten besprochen und definiert werden.

Nach je einem „Demo“ Tactical und Governance Meeting trafen wir uns dann sogleich im grossen Kreis für ein erstes NETNODE Tactical und Governance Meeting und konnten bereits einige Tensions lösen und weitere Rollen schaffen. 

Tag 4: Abreise

Am letzten Tag packten wir nach einem kurzen Frühstück nur noch unsere sieben Sachen und begaben uns wieder auf den Heimweg. Wir sind nun guter Dinge, dass wir viele Ansätze von Holacracy in unseren Arbeitsalltag einbauen können. Sei das nur schon in der Form der neu definierten Rolle des Telefonkönigs.

Somit sind wir nun schon ein gutes Stück auf unserem Weg zur Nodecracy - unserer ganz eigenen Interpretation und Ausgestaltung einer selbstorganisierten und agilen Organisation weitergekommen und freuen uns auf den weiteren Weg und spannende Diskussionen im Team aber vielleicht auch mit Ihnen?

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